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Wie Gallus‘ Schiff entstand…

Vor "falschem" Hintergrund aber mit einem echten Iren und einer echten Gallusstädterin: Anne-Marie und Toni mit uns beim Welcome-Dinner

Na, heute hat’s aber gedauert, bis zu unserem Blog. Kein Wunder, wir hatten Ruhetag. Sind keinen Meter gewandert und doch über 30 km weit rum gekommen. Mit Anne-Marie Moroney, geborene Eberle, aus der Gallus-Stadt, dem Langgass-Quartier, verheiratet seit ihrer Zeit in Afrika als Lehrerin mit Toni, einem Irländer und ebenfalls gewesener Lehrer. Beide sind so lebens- und unternehmenslustig wie wissbegierig und dieses Wissen kam uns heute zu gute.

Wir haben alles gesehen und vieles erfahren, aus erster Hand – von Newgrange über Knowth, Dowth, Mellifont Abbey bis zum Monasterboice Kreuz. Natürlich gäbe es über jeden dieser Orte viel zu erzählen, z.B. wie vor 5000 Jahren, vor dem Bau der Pyramiden, tonnenschwere Steine aus den Wicklow Mountains nach Newgrange transportiert werden konnten oder wie Mönche 4500 Jahre später ein Kloster bauten, das auch Gallus und Bangor inspirierte. All dies und viel mehr vermittelte uns die begnadete Geschichten-Erzählerin Anne-Marie mit ihren hellen, wachen Augen, ihrem Faible für Gallus und seine Zeit und mit ihrer Gastfreundschaft, zusammen mit Toni, dessen Humor und verschmitztes Lachen wie die knusprige Beilage zu einem guten Essen waren.
Viel könnten wir nun erzählen, aber ihr könnt diese Orte und ihre Geschichten ebenso schnell und umfassend in Wikipedia nachschlagen und nachlesen – aber bei weitem nicht so authentisch erleben und erzählt bekommen. Sorry.

Auf eine ganz spezielle Begebenheit müssen wir aber noch eingehen – auf den Besuch bei Claidhbh Ó Gibne’s (für mich tönte es wie Cliff), dem „most enthusiastic“ Schiffbauer der Welt, im Boyne Currach Center. Wenn man in Newgrange war, dachte man, man hat alles gesehen, man weiss alles – aber man muss mit dem Auto einige hundert Meter weiter fahren und bei Cliff anhalten. Er zeigt erst, wie die Steinzeit-Menschen und vor allem die Mönche, wie Gallus & Co, vorankamen.

In Cliff’s Werkstatt steht ein Boot, wie es Kolumban und Gallus benutzt haben könnten, um von Bangor nach England und Frankreich zu segeln. Er baut diese Schiffe nach, mit lokalen Materialien und prähistorischen Techniken, die er im Selbststudium erlernt hat. Boote aus Weiden, Haselnusszweigen, überspannt mit einer Lederhaut. Cliff ist ein Tausendsassa und redet schneller als wir je denken können. Und er hat einen speziellen Humor.

„Columbanus? He was a spoilt Child of a king! Gall too!“ Seine Meinung von den himmlischen Mönchen war recht irdisch. In seinen Augen waren die Mönche wohl gebildet, aber auch verwöhnt. Nun, historisch konnte er uns das nicht belegen, aber wer seine Arbeit sah, der wusste, dass er sich mit dem Leben vor 1400 und 5000 Jahren – auch ein Boot aus dieser Zeit stand in seinem Vorhof – auseinandergesetzt hatte. Wie auch immer, wir sassen in einem ähnlichen Boot (vergesst die schönen Kirchenbildli aus den dicken Schunggen von Schär und Co!) , aus der Zeit von Gallus und Kolumban und können nur sagen – damit kommt man weit, fast bis nach St. Gallen.
Mehr zu Cliff unter www.newgrangecurrach.com.
Und soviel zum Ruhetag, der unruhiger aber erkenntnisreicher nicht hätte sein können…

Anne-Marie, Stefan, Cliff und ein aufgespanntes Leder, wie sie vor 1400 Jahren den Schiffsboden abdeckten.

Wir - wie Hunderttausende (ausser heute) - vor Newgrange.

Ein Schiff, wie es - nach Cliff - auch Kolumban und Gallus für ihre Überfahrten benutzt haben könnten.

...und das dazu gehörige Segel, aufgespannt vor Cliffs Haus.

Ein Boot für den Hausgebrauch? Wie weit hätte ich es wohl gebracht?

Ruinenschau in Mellifont Abbey - einem der reichsten und einflussreichsten Zisterzienserklöster Irlands (12. - 15 Jhrdt.)

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