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Wanderblog

Pat – Opfer der „Celtic Tiger“ Zeit…

Pat, ein vom Celtic Tiger gebissener und gebeutelter Dubliner, mit einem anständigen Schweizer Banker...

Also, wir wollen nicht mehr vom Wetter hier sprechen, wir wissen ja, wie ihr leidet… Auch philosophische Wander-Ergüsse lassen wir bleiben. Sprechen wir vom Leben, sprechen wir von Pat. Ein Herr in unseren Jahren, langes, zusammengebundenes Haar, Achtundsechziger Look und Besitzer des B&B, in dem wir gestern nächtigten. Er war vor den „Celtic Tiger“-Zeiten, den Jahren, in denen in Irland alles möglich war, Besitzer eines Einrichtungs-Hauses. Aber in den Boom-Jahren war das Geld billig und die Häuser gesucht – er sattelte um und kaufte für 650‘000.- Euro ein B&B – davon kamen 500‘000.- von der Bank. Und dann war der Boom vorbei und sein Haus plötzlich nur noch 290‘000.00 wert. Aber die Hypothek hatte den „Wert“ behalten…

Pat wird aus dieser Misere nicht mehr herauskommen – aber er hat sich damit abgefunden, wie Hunderttausende Iren auch. Nun spielt Pat zwischendurch als Gitarrist in einer Band und besorgt sonst mit Colette, seiner netten Frau, das B&B. Und er sorgt sich auch um uns – zeigt uns eine Grab-Pyramide aus dem Jahre 1786, fährt uns zu seinem Lieblingsstrand und danach zum Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung. Er will wissen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ein echter, umsorgter Celtic Tiger, auch ohne (finanziellen) Wohlstand.

Ein paar Sätze noch zur heutigen Wanderung – sie war „breathtaking“ und abenteuerlich (gefährlich). Schwindelfreiheit war angesagt! Wir waren eigentliche „Cliff hangers“, hangelten wir uns doch von Kliff zu Kliff, senkrecht zu unseren Füssen die schäumende, donnernde Gischt des Meeres und jonglierten uns mit den 10 kg auf dem Rücken auf A4-Papier breiten Fusswegen dahin. Aber das Wetter war lieblich und schön… und erst die Strände!

Dank diesem hirnverrückten „Hochwegakt“ über die Steilküste hinweg entdeckten wir Strände, an denen sich kaum Iren verloren – und irre Wanderer wie wir schon gar nicht. Menschenleere Sandstrände, die sich mit der Copacabana, mit Ipanema oder den Cote d’Azur’s dieser Welt durchaus aufnehmen können. Und wir dachten, gestern hätten wir die schönste Wanderstunde erlebt… Irren ist eben menschlich.

Nachtrag: Es ist jetzt 17.30 und es regnet…(und alle Iren schauen ungläubig hinaus, endlich…)

Auf schmalen Pfaden - und tief unten lockt die schäumende, donnernde See...

Wanderwege? Galluswege? Ja, auf irische Art...

Zerklüftete Wege und Steine im Wege, von denem man nicht weiss, wie die dahin kamen...

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