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Wanderblog

Wenn Begeisterung auf den Geist geht…

Der längste Strandweg, den wir je gegangen sind - 25 km auf Sand, unter Sonne und neben schäumend-überschlagenden Wellen

Heute war alles schwer zu tragen/ertragen: die Beine, der Kopf, die Strecke, der Rucksack, das gestrige Fussball-Resultat (Widnau-Diepoldsau 0:6! – und dann noch einen Diepoldsauer neben mir…!). Nochmals einen ganzen Wandertag dem Strand entlang, weisser Sand unter den Schuhen, schäumend-überschlagende Wellen neben sich, trockener Wind im Rücken und eine strahlende Sonne über uns! Eigentlich ein Traum, begeisternd, aber jeder Traum kann zum Albtraum werden, jede Begeisterung auf die Länge erlahmen und in Frustration umschlagen. Soweit kam es glücklicherweise nicht.
Aber es war grenzwertig. Sechs Stunden entlang menschenleerer, zwar wunderschöner Strände, auf Sand – das zehrt an den Kräften. Kommt dazu, dass Strandlaufen zwar barfuss seinen Reiz hat, aber mit Bergschuhen, na ja…
Schnell spürten wir, dass dies ein harter Wandertag werden wird. Wir gingen zu Beginn fast schweigend, liessen uns von Wind und Wellen beseelen und von der Szenerie ermuntern. Wäre aber der „Braschtli“ (=Diepoldsauer) nicht an meiner Seite gewesen, wer weiss, ich glaube, ich hätte den erst besten Ausgang vom Strand und eine Bushaltestelle aufgesucht. Aber Stefan konnte mich motivieren, durchzuhalten. Ach, wären die Diepoldsauer gestern nur auch so nachsichtig mit den Widnauern gewesen…
Dieses gegenseitige motivieren, das Mitreissen, Mitziehen des anderen ist auf einer Weitwanderung besonders wichtig. Mal ist es der eine, der lahmt, mal der andere, der sich schwer tut mit der Strecke. Aufmunterung ist da wichtig. Gallus, Kolumban und Co. waren keine Wandermönche. Trotzdem legten sie viele hundert Kilometer zurück. Wie sind sie mit solchen Situationen, die wohl ein Mehrfaches schwieriger waren – fremdes Land, dürftige Kleidung und Nahrung, gefährliche Tiere – umgegangen? Durchhalteparolen? Wohl eher nicht. Kolumban hielt die „Truppe“ mit „Befehlen“, mit Regeln bei der Stange. Und sie folgten ihm. Pflichtbewusst. Verheissung, Prophezeiung, Vision eines fernen Zieles, das war damals Ansporn und Motivation. Wie heute?
Uns motivierte heute die Vorstellung, das Ziel, den längsten je gegangen reinen Strandweg zu meistern. Und wir schafften es – und freuen uns schon heute auf die morgige „Strandpartie“ – sie wird kürzer sein und einen Strand umfassen, der als „Omaha Beach“ in die Filmgeschichte eingegangen ist. Und wir hoffen, Beg Erin zu finden – Spuren von Kolumban/Gallus? Und es wird der letzte Tag in Irland sein. Schade.
Vorerst aber erholen wir uns – vom Strandlaufen und ich zusätzlich auch noch vom Derby-Resultat (der Diepoldsauer war übrigens sehr nachsichtig mit mir, kein hämisches Wort, keine Siegesposen, nichts – welche Wohltat…).

Ohne Worte...

Nein, heute war es ganz und gar nicht gefährlich - abgesehen von erodierender Erde - heute war es nur...

...einsam!

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