Früh, noch vor sechs Uhr erwache ich in der Zelle des Monastere Sainte-Claire in Ronchamp. Zelle? Hanspeter und ich, wir haben im topmodernen Gebäude der Clarissen-Schwestern in Ronchamp übernachtet. Stararchitekt Renzo Piano hat das Kloster entworfen, einen Bau, der eigentlich zum größten Teil in der Erde versteckt ist – und dennoch durch große Fenster einen grosszügigen Blick In die Umgebung erlaubt. Ich habe eine Nacht in einer Designer-Zelle (Einzelzimmer) verbracht, eine Zelle, die schlicht, funktionell – und großartig zugleich ist.
Ich schaue in den Morgen: Ueber dem dunklen Wald liegen schwere dunkle Wolken. Es regnet. Nach dem Frühstück ziehen wir die Regenhüllen über Rucksack. Soeur Marie-Claire verabschiedet und und wünscht sich eine Karte, sobald wir angekommen sind.
Wir wandern los. Bis am Mittag (16 km): dunkle Wolken, aber kein Regen. Bis nach Belfort: dunkle Wolken, aber kein Regen. In der City von Belfort sitzen wir im Strassencafe und genießen ein Bier. Um 17.15 Uhr kommen wir in Danjoutin an, müde, zufrieden – und trocken.
Beni Bruggman